Starkbieranstich in Lohr. Adel, General und Operationen

Saisoneröffnung: Zackiger Starkbieranstich mit einem Schlag – Bock jetzt starker Herzog

LOHR.
Zum siebten Mal zelebrierte die Arnsteiner Brauerei Max Bender am Samstag vor dem "Schönbrunnen" den öffentlichen Anstich ihres Bockbieres und damit den Beginn der Starkbiersaison.
Eine Premiere war es dennoch: Das Bier heißt jetzt nicht mehr "Herzog-Bock", sondern "Herzog der Starke". Hintergrund der Umbenennung sind Bedenken des adeligen Namensrechteinhabers gegen die Verbindung eines Herzogs mit einem Bock. So begründete jedenfalls Brauerei-Geschäftsführerin Dr. Susan Schubert auf Nachfrage den unerwarteten Verzicht auf den mittlerweile als Marke etablierten Namen "Herzog-Bock". Sie sprach von einem "imposanten, eindrucksvollen" neuen Namen. Ihm entsprechend werde das Bier "auch seinen Eindruck hinterlassen". "Herzog der Starke" sei "was für starke Männer", meinte sie – aber auch die anwesenden Damen ließen sich das dunkle Bier schmecken. An den inneren Qualitäten des süffigen Stoffs hat sich im Gegensatz zum Namen nichts geändert.

Kräftig geraten.
Die diesjährige Ausgabe ist mit 17 Prozent Stammwürze und 7,2 Volumenprozent Alkohol wieder kräftig ausgefallen. Der Hopfen stammt aus der Hallertau, die Gerste aus Vertragsanbau in der Region um Lohr und Karlstadt. In der firmeneigenen Mälzerei Günther Schubert in Schweinfurt wurde sie dunkel gemälzt.
Das Brauwasser kommt aus eigenen Quellen der Thüngener Brauerei. Das Bier reifte einige Monate seiner Vollendung entgegen. Das Einbrauen des dritten Sudes hätten Gäste der 125-Jahr-Feier der Firma live mitverfolgen können, berichtete Schubert.
Die Brauereichefin habe "dazu beigetragen, dass sich das Stadtbild wesentlich verbessert hat", würdigte Bürgermeistern Ernst Prüße den Einsatz Schuberts für die Sanierung des "Schönbrunnens". 23 Jahre lang sei die Gaststätte leer gestanden und unter anderem als Archiv der Raiffeisenbank genutzt worden.
Raiba-Vorstand Michael Zeuch bestätigte lachend Prüßes Einschätzung, "euer Geld hattet ihr dort aber nicht gelagert". Vom Nieselregen ließ sich der Bürgermeister nicht den Blick für die Schönheiten Lohrs vermiesen: "Das passt alles zusammen, der Schönbrunnen, der Mehling und das alte Rathaus, das hat fast schon italienisches Flair".
Noch schöner werde es, wenn die Beleuchtung des kürzlich sanierten Märchenbrunnens angehe, versicherte er. Einheimische wie Gäste lud er ein, sich nachts den am Donnerstag eingeweihten zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) am früheren Frauenkloster anzusehen. Busse fahren dann zwar nicht mehr viele, aber auch der ZOB wird laut Prüße nachts beleuchtet.

Premiere für Schubert-Gatten.
Dieter Beutel, seit 1998 Schuberts Braumeister, musste in diesem Jahr auf den Bieranstich in Lohr verzichten. Er laboriert an einem Bandscheibenvorfall. An seine Stelle als Assistent Prüßes beim Anstich des ersten Fasses trat erstmals Henning Glawatz, der Gatte von Susan Schubert.
Vor seiner Pensionierung 2009 war er Brigadegeneral und stellvertretender Kommandeur der Division Spezielle Operationen. Entsprechend zackig ging es bei dieser speziellen Operation zu. Mit einem einzigen Schlag trieb Prüße den Hahn ins Fass.

Kommentar unter Bild:
Ozapft is! Die ersten Krüge mit dem Bier "Herzog der Starke" leerten (von links) Bürgermeister Ernst Prüße, Brauereichefin Dr. Susan Schubert, Wirtin Margitta Gottschalk und Schubert-Gatte Henning Glawatz, der Prüße beim Anzapfen assistierte.



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